Wie zum Teufel..
.kann es eigentlich sein, daß ich das hier nicht schon VIEL früher gemacht habe?
Noch hänge ich nach einem stressigen Flugtag in der Abflughalle für die Inlandsflüge fest, und Flughäfen haben ja nun wirklich fast alle ihre Eigenheiten auf dem Altar der Globalisierung geopfert - aber trotzdem und nach nur gut 1 Stunde 'on US soil' beschleicht mich die Vorahnung, daß ich mich ganz schrecklich in die Zeit hier verlieben könnte.
Vielleicht steht der erste Satz, den man hier an mich gerichtet hat als passender Stellvertreter dafür. Er kam aus dem Mund einer endvierziger Beamtin, die meine Zolldeklaration ansah und auf meine noobish-unsichere Frage ob das so OK sei antwortete. "You're fine, honey!"
Eat this, Deutscher Beamtinnenbund!
Insgesamt hätte ich einfach viel mehr Feindseligkeit und Einschüchterung erwartet, als mir tatsächlich entgegengebracht wurde. Der Immigrationsinquisitor war bestenfalls brummelig und hat sachlich persönliche Fragen nach den Gründen meiner Reise gestellt, und außer der Entsorgung ein paar nicht immigrationsfähiger Minisalamis hatte ich weder Opfer noch irgendwelche beamtlichen Dämlichkeitehn zu beklagen.
Vor allem merke ich aber jetzt schon geradezu schmerzlich intensiv, welche enorme Freude es mir bereitet, in den Klang des amerikanischen Idioms einzutauchen. Seit mittlerweile mehreren Jahren lese ich wahrscheinlich mehr Englisch als Deutsch, und ich habe schon lange angefangen, eine semantische Romanze dazu zu entwickeln, daß das, was deutsch einfach nur falsch ist, auf englisch einfach ein intuitiv verstandener kreativ-nützlicher Umgang mit sprachlichen Möglichkeiten ist.
Natürlich weiß ich bei all dem auch um meine permanente, latente Genervtheit von Borniertheit, ethnozentristischer Arroganz und den everpresent häßlichen Auswirkungen einer offensichtlichen gesellschaftlichen Überdosis Angst.
Aber wahrscheinlich wird es während einer knappen Woche Aufenthalt ein leichtes sein, das vorerst unter den Tisch zu kehren.


